Waldviertler Mohnzelte

Land & Leute

So schmeckt das Waldviertel.

Das Waldviertel hat zahlreiche Spezialitäten zu bieten, die Gourmets in ganz Österreich begeistern. Wir stellen fünf besondere kulinarische Genüsse vor.

Waldviertler Karpfen

In vielen Waldviertler Teichen wird seit Jahrhunderten der Karpfen gezüchtet. Aus gutem Grund: Er ist besonders robust, hat ein hohes Wachstumspotenzial und ist relativ unkompliziert in der Aufzucht. Da er Stärke verwerten kann, ist es möglich, die Fischerträge durch Zufüttern von Getreide zu erhöhen. Im Waldviertel wird fast durchwegs naturnahe Teichwirtschaft betrieben, was den Fortbestand der typischen Waldviertler Teiche garantiert. Galt der Karpfen früher als „fett“, weiß man heute: Mit einem durchschnittlichen Fettgehalt von vier bis sieben Prozent kann er mit anderen Fischen locker mithalten. – Lachs, Makrele oder Thunfisch bringen elf bis 25 Prozent Fett auf die Waage! Außerdem ist der Genuss von Karpfen mit seinem hohen Gehalt an ungesättigten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren auch ein wertvoller Beitrag für eine gesunde Ernährung.

Waldviertler Mohn

Die Waldviertler kultivieren ihren „Mogn“, wie er hier auch genannt wird, bereits seit dem 13. Jahrhundert. Er dürfte durch Klöster in die Region gekommen sein, da Mönche schon im frühen Mittelalter Mohn anbauten, um dank seiner Hilfe Schmerzen und Schlaflosigkeit zu bekämpfen. Der Mohn findet als Zier- und Ölmohn, aber vor allem als Zutat zahlreicher Waldviertler Schmankerln Verwendung – egal ob in Mohntorten, Röhrenstrudeln oder den berühmten Mohnzelten. Dieser wird aus Erdäpfelteig und geriebenem Graumohn zubereitet. Und ist wohl die bekannteste Spezialität dieser Region.

Genusstipp: Probiert doch einmal ein Karpfenfilet in einer Mohn-Brösel-Panier. Mehr Waldviertel geht nicht!

Waldviertler Kriecherl

Das Kriecherl ist eine sogenannte Primitivpflaume, also eine Wildobstart, die zur Vermehrung nicht veredelt werden muss. Es genügt, einen Kern anzubauen. Laut neuesten Forschungen ist das Kriecherl vor rund 6.000 Jahren im südmährischen und Weinviertler Raum spontan entstanden. Das Kriecherl ist also einer der ältesten Kulturpflanzen Mitteleuropas. Während die meisten Gegenden Niederösterreichs inzwischen leider völlig „kriecherlfrei“ sind, hat sich dieses in vielen Sorten vorkommende Obst im zentralen Waldviertel behaupten können. Das grüngelbe Kriecherl ist dabei eine echte Rarität, da es dieses nur im Waldviertel gibt – und sonst nirgendwo auf der Welt. Genießen Sie also Kriecherlklassiker wie Marmeladen, Säfte, Edelbrände oder Liköre. Und Sie wissen bei jedem Bissen oder Schluck: So schmeckt nur das Waldviertel! Garantiert.

Waldviertler Erdäpfel

Für viele Gourmets gibt es keine besseren Erdäpfel als jene aus dem Waldviertel – bevorzugt aus den nördlichsten Teilen. Die Knolle entwickelt auf einer Seehöhe zwischen 480 bis 670 Meter besondere Aromen, die österreichweit geschätzt werden. Dazu kommen die sandigen und leichten Böden, die die Waldviertler Erdäpfel besonders bekömmlich machen. Sehr beliebt ist etwa die Sorte Ditta, ein festkochender Erdapfel mit einer tiefgelben Fleischfarbe und leicht speckiger Konsistenz. Ideal für Ihren Kartoffelsalat! Eine echte Rarität ist der Waldviertler Kipfler, der festkochend ist und als Braterdapfel vorzüglich schmeckt. Oder probieren Sie doch einmal die festkochende Violetta. Mit ihrer violetten Fleischfarbe ist sie ein echter Hingucker und kann für Dekorationszwecke verwendet werden. Aber auch als Kartoffelbrei oder Bratkartoffel ist die Violetta eine echte Bereicherung auf jedem Tisch.

Waldviertler Erdäpfelknödel

Er ist eine Spezialität, die von keinem Sonntagstisch im Walviertel wegzudenken ist: der Waldviertler Erdäpfelknödel! Vor allem als Beilage zu deftigen Fleischgerichten wie Schweinsbraten oder Geselchtes ist der Erdäpfelknödel ein Muss.

Die traditionelle Zubereitung erfolgt mit einem Viertel gekochter Erdäpfel und drei Vierteln rohen Kartoffeln. Die rohen Erdäpfel schälen, waschen und reiben. Dann durch ein Geschirrtuch seihen und kräftig auspressen. Die so gewonnene Flüssigkeit abgießen und die am Topfboden abgesetzte Stärke in die Kartoffelmasse geben.

Die gekochten Erdäpfel werden geschält und durch eine Presse gedrückt. Beide Erdäpfelmassen vermischen, etwas Salz dazugeben. Hände befeuchten, Knödel formen und in siedendem Wasser rund 20 Minuten ziehen lassen. Mahlzeit!