Dürnrohr Panorama

Energie & Innovation

Von der Kohle in die Energiezukunft.

Michael Aschauer ist seit 2010 im Kraftwerk Dürnrohr beschäftigt. In den vergangenen Jahren ist er vor allem zuständig für Betrieb und Instandhaltung der Turbinen - und damit einer der Dreh- und Angelpunkte im Alltagsgeschäft. Mit dem Kohleausstieg Anfang August endet auch für ihn eine Ära. Zeit, einen Blick in die Zukunft zu wagen.

Versorgungssicherheit über drei Jahrzehnte

Knapp 33 Jahre lang ist das Kraftwerk Dürnrohr eine zentrale Stütze für die österreichische Stromversorgung. Gebaut wird es Mitte der 80er als Ersatz für das benachbarte Atomkraftwerk Zwentendorf, das wenige Jahre zuvor kurz vor der Inbetriebnahme durch eine Volksabstimmung gestoppt wird. Zumindest die bereits vorhandene Netzinfrastruktur sollte so doch noch genutzt werden. 1987 startet der Betrieb und von da an gehört das Kraftwerk mit seinem 210 Meter hohen Schornstein (dem dritthöchsten Bauwerk Österreichs) zum fixen Erscheinungsbild des Tullnerfeldes.

Die beiden Blöcke mit 405 MW (bis 2015 durch die Verbund AG betrieben) und 352 MW (EVN) können unter Volllast-Betrieb bis zu 1,7 Millionen Haushalte versorgen. Zu Spitzenzeiten ist hier Steinkohle für ein Jahr Stromproduktion gelagert. Mit dem während der vergangenen Jahre zunehmend gewachsenen Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz nimmt die Bedeutung von Dürnrohr aber zusehends ab. Genutzt wird es zu dieser Zeit hauptsächlich noch als Netzstütze bei Stromengpässen bzw. als Fixpunkt für die Aufbauphase nach einem möglichen Black-Out.

Ein Blick in die Zukunft

Anfang August 2019 erlischt hier deutlich früher als ursprünglich geplant das letzte Kohlefeuer Österreichs. Ruhig wird es am Standort aber auch in Zukunft ganz sicher nicht. Bereits seit Jahren investieren wir laufend, um Dürnrohr als wichtigen Fixpunkt der österreichischen Energielandschaft langfristig zu erhalten. Pro Jahr werden in der benachbarten Abfallverwertungsanlage Zwentendorf/Dürnrohr zum Beispiel schon jetzt rund 500.000 Tonnen Haus- und Gewerbemüll zur Strom- und Wärmeproduktion thermisch verwertet. Über 170.000 Haushalte können so versorgt werden. Die entstandene Fernwärme wird über die längste Leitung Österreichs (31 Kilometer) bis in die Landeshauptstadt St. Pölten transportiert.

In Zukunft soll dann auch der niederösterreichische Klärschlamm hier verwertet werden, außerdem ist auf dem Areal eine besonders große Photovoltaik-Anlage geplant. Die Mitarbeiter vor Ort finden entweder in einem dieser innovativen Projekte eine spannende Aufgabe oder bekommen eine neue Stelle innerhalb des Unternehmens angeboten. Klar ist also: Dürnrohr ist auch ohne Kohle fit für die Energiezukunft!